Jusos Heidelberg: „Bezahlbarer Wohnraum nicht nur für Besserverdienende und die Oberschicht“

Veröffentlicht am 15.12.2012 in Pressemitteilungen

Jungsozialist*innen informieren die Stadtbevölkerung und stellen Maßnahmenkatalog vor.

Am Samstag, den 08.12.2012, informierten die Jusos zusammen mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Binding die Heidelberger Bevölkerung auf dem Bahnhofsvorplatz (Willy-Brandt-Platz) über die aktuelle Wohnraumproblematik in der Stadt. Zu diesem Zweck wurde ein kleines Campingzelt als potenzielle Heimstätte aufgebaut und mit Flokatiteppich, Lampe und ein paar Büchern und Zeitungen "eingerichtet". Es erregte schnell große Aufmerksamkeit und  machte deutlich,  dass Geringverdinner*innen aufgrund der hohen Mieten in Heidelberg keine Chance auf eine angemessene Unterkunft haben. Verdeutlicht wurde dies zudem durch die mit Kreide um das Zelt herum aufgemalten Durchschnittsmietpreise der einzelnen Heidelberger Stadtteile. Hinsichtlich der Mietpreise sahen sich zahlreiche Passant*innen in ihrer persönlichen Wahrnehmung bestätigt, wobei die tatsächliche Höhe der Mieten viele trotzdem erstaunte.

Für Milena Brodt, Mitglied im Sprecher*innenkreis der Jusos Heidelberg, war die Aktion ein voller Erfolg. Sie betont: „Seit Anfang der 1980er Jahre hat sich der Wohnungsmarkt in Heidelberg massiv verschlechtert. Mit der Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbaus und  den stetig steigenden Mieten ist Wohnen für viele Heidelberger*innen schlicht unbezahlbar geworden. Dieser Zustand ist unhaltbar und daher treten wir aktiv für einen Kurswechsel in der städtischen Wohnungspolitik ein."

"Bezahlbarer Wohnraum ist ein Thema, das uns alle betrifft. Ziel einer verantwortungsvollen Wohnungspolitik muss es sein, breite Teile der Bevölkerung mit sicheren und preiswerten Wohnungen zu versorgen. Anstelle von Klientelpolitik zugunsten von Besserverdiener*innen, sollte die Stadt deshalb den Bedürfnissen Sozialschwächerer Aufmerksamkeit schenken.", so Brodt abschließend.

Andreas Grasser, ebenfalls Mitglied im Sprecher*innenkreis der Jusos Heidelberg, erklärt die aus Sicht der Jungsozialist*innen nötigen Maßnahmen: "Zuvorderst muss die städtische Politik die Wohnraumproblematik endlich zur Kenntnis nehmen und der Verdrängung Sozialschwacher in die Randgebiete entschieden entgegentreten. In der Bahnstadt beispielsweise muss viel stärker auf die sozialverträgliche Gestaltung der Mieten Einfluss genommen und die städtische Wohnbaugesellschaft GGH angehalten werden, ihren sozialen Auftrag wieder ernst zu nehmen." Zudem müsse die Entwicklung der Konversionsflächen unter städtischer Aufsicht mit dem klaren Ziel geführt werden, günstigen Wohnraum zu schaffen und dadurch die Durchschnittsmieten stadtweit zu senken. "Schließlich", so Grasser, "muss aber auch der soziale Wohnungsbau, wie im Koalitionsvertrag versprochen, von Landesseite wieder stärker gefördert werden."

Die Fotos von der Aktion gibt es hier: (klick!)

 

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