Jusos Rhein-Neckar

Jusos Rhein-Neckar

Bericht: Juso-Exkursion nach Speyer am 04. August 2010

Veröffentlicht am 23.09.2010 in Jusos in Aktion
 

Nach unserer Diskussionsveranstaltung zum "Wohnen nach den Amerikanern" blieben wir am Thema dran und fuhren am 04. August 2010 nach Speyer um uns dort über die Umstrukturierungen alter französischer Kasernengelände zu informieren.

Wir Jusos fuhren zusammen nach Speyer, um dort einen Input zum Thema Stadtteilplanung zu bekommen. Wir wurden dort erwartet von Herrn Fries (http://www.stadtberatung.info/html/), Hr. Schurich ( Baugenossenschaft Speyer ) und Hr. Böhmer ( http://www.gewo- speyer.de/ ), die auf die ein oder andere Weise an den Umstrukturierungen in Speyer beteiligt waren.

Anlässlich der speyerer Erfahrung mit Konversion und Stadtentwicklung (Quartier Normand, Soziale Stadt Speyer West, u.A.) informierten wir uns vor Ort über die Erfahrungen der Beteiligten.

Den Kontakt stellte Reiner Nimis her, vielen Dank an dieser Stelle nochmal!

Anwesend waren:
Dr. Sven Fries ( Büro Stadtberatung; http://www.stadtberatung.info/html/buero/team.php)
Hr. Böhmer (Gewo – städtische Baugesellschaft; http://www.gewo-speyer.de/)
Hr. Schurich (GBS – gemeinnützige Baugenossenschaft http://www.gbs-speyer.de/42)

von der SPD-Gemeinderatsfraktion war dabei:
Michael Rochlitz

sowie von den Jusos:
Gerri
Mia
Jacob
Carolin
Tobi U.

außer Konkurrenz:
Reiner Nimis

Das Protokoll stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern fasst Inhalte sinngemäß zusammen.

Hr Fries vom Büro Stadtentwicklung:
- ein Team von 5-7 Mitarbeitern ist am effektivsten, um die Fäden im Hintergrund zu vernetzen und das ganze Projekt vorwärts zu bringen

- zu Anfang müssen alle Beteiligten zusammengebracht werden; es muss ein Austausch stattfinden, zum einen was die Möglichkeiten und Rahmenbedingen betrifft, zum anderen die Wünsche und Vorstellungen betreffend

- Bürgerbeteiligung ist essenziell, dies wurde erreicht in Speyer z.B. durch:
.Workshops
.Zukunftwerkstätten, auch mit den sozial schwachen Schichten (incl. Jugendlichen!)
.Aktionen und Modellbauprojekte als " Stadtevent "; z.B. mehrere "Planungszelte" auf dem Marktplatz, in denen alle Bürger Vorschläge (unter Moderation) diskutieren und festhalten konnten

- daneben müssen auf politische Ebene sowie Bauträgerebene "Schlüsselgespräche" geführt werden (d.h. mit den Akteuren, die Entscheidungen treffen können)

- in der Stadtverwaltung müssen die einzelnen Planungsstellen horizontal vernetzt werden, damit Information direkt fließen kann; in Speyer wurde z.B. ein " Referat für nachhaltige Entwicklung " gegründet mit Angestellten mehrerer Verwaltungsbereichen

- die Entwicklung/ Progress muss zielorientiert sein, d.h. es müssen konkrete Ziele formuliert werden (Fristen, Geld, Beteiligungen, etc.), und im Laufe des Prozesses mittels Indikatoren kontrolliert werden; bei Bedarf (Verfehlen der Ziele) muss korrigiert werden

- dies gilt auch nach Beenden des eigentlichen Projekts, z.B. zur Kontrolle, dass Stadtteile nicht zu sozialen Brennpunkten werden

- konkret für Heidelberg wäre es wichtig, die Diskussion positiv zu belegen (nicht: " oh nein, die Amerikaner gehen, was jetzt?! ", sondern: " das ist eine einmalige Chance, wir können viel gestalten, kreativ schaffen, ... "); zudem müssen alle wichtigen Akteure eingenommen werden für das Projekt, also nicht etwa politische Grabenkämpfe oder Machtgerangel zwischen möglichen Investoren

- letztendlich gilt es, den Prozess in der Dreiecksbeziehung

Bürgerschaft – Politik – Verwaltung

zu koordinieren und Synergien zu nutzen

Hr. Schurich von der Baugenossenschaft:

- es sind Kooperationen zwischen mehreren Baugenossenschaften und auch dem städtischen Bauträger rechtlich möglich! Dies kann erheblich bei großen Projekten hilfreich sein, um die entsprechende finanziellen Mittel stemmen zu können bzw. Risiken zu streuen

Hr. Böhmer von der städtischen Baugesellschaft:
chronologisch am Beispiel des "Quartier Normand"
- bis 1997 von den Franzosen benutzt
- Rückgabe an Bund 1997, mehr noch als in Heidelberg überraschend ;-)
- circa 95 000 m² ( zum Vergleich: Mark Twain-Village circa 570 000 m²;
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Südstadt_(Heidelberg) )

Möglichkeit:
- schnelle Sanierung vs. Stadtteilgestaltung
- letzteres erfolgte (Stadtteilgestaltung); Ausgewiesen und erworben vom Bund als " Sanierungsfläche/ vereinfachtes Sanierungsverfahren", somit kann der Eigentümer frei über die Nutzung entscheiden
Bebauungsplan ( Verwaltung ) + Ideenwettbewerb ( Bürgerschaft ) mit weiteren öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen
- Investorsuche
- gewerbliche Nutzung von Wohnräumen wurde erreicht mittels Praxen, Serviceleistungen, Jugendförderungen, Vereinsbüros....
- Ersteinzug eines Haushalts 2008
- komplette Fertigstellung ( vorraussichtlich ) 2011
- finanzieller Aufwand für Baugesellschaft: circa 25 Mio Mark bzw. €, davon abzuziehen sind EU-Förderungen (und andere), Verkaufserlöse, Mieterlöse; es ergibt sich eine schwarze Null

05.08.2010 by Tobi U.

 

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