Eine Studie vor wenigen Monaten hat der RNV ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Gegenüber anderen Städten zeigten sich die Heidelberger mit ihrem öffentlichen Nahverkehr unzufrieden. Sicherlich ist einiges geschehen: es gibt seit geraumer Zeit eine neue Straßenbahnlinie, die Verbindung zwischen Pfaffengrund und Wieblingen ist besser geworden etc. Allerdings sucht man in dem Konzept vergeblich nach der nördlichen Anbindung. Bis Handschuhsheim Nord fahren drei Bahnen und am Wochenende auch stündlich Nachtbusse. Nach Dossenheim und Schriesheim fährt nur die OEG weiter, und das, obwohl die Einwohnerzahl groß ist und weiter steigt und obwohl besonders in Dossenheim auch viele Studenten wohnen, die den ÖPNV erfahrungsgemäß besonders intensiv nutzen.
Gegen die Zehn-Minuten-Taktung untertags gibt es nichts einzuwenden, aber abends fährt die OEG definitiv zu selten – ab 21.40 Uhr nur noch stündlich. Dafür, dass die Bahnen allabendlich sehr voll sind, ist das nicht ausreichend.
Auf Nachfrage der Jusos Schriesheim-Dossenheim erklärte die RNV, sie plane die Ausweitung auch abends auf einen halbstündigen Takt – sofern die Kommunen Schriesheim und Dossenheim dies mitfinanzieren mögen. Wenn es sich nicht anders finanzieren lässt, müssen die Gemeinden hier einspringen. In einem solchen Ballungszentrum, im Hinblick auf die Umwelt und aus Gründen der starken Nutzung ist eine häufigere Fahrt geboten. Allerdings plant die RNV die Ausweitung erst ab 2009 – warum, ging aus der Korrespondenz nicht hervor. Diese Frage soll in einem ausführlichen Gespräch der Jusos Schriesheim-Dossenheim mit der RNV demnächst geklärt werden.
Desweiteren fragten die Jusos nach, ob der Nachtbus am Wochenende (der „Moonliner“) auch nach Dossenheim weiterfahren kann. Die RNV verneinte und verwies darauf, dass sich dies nicht rechne. Als ob der Öffentliche Personennahverkehr sich je rechnet! Die Gemeinden müssen immer zuzahlen. Langfristig dankt dafür die Umwelt. Man fragt sich auch, warum dann die RNV ihre Moonliner-Verbindungen innerhalb Heidelbergs ausweiten möchte, wie in der RNZ vom 23.04. zu lesen war. Wenn ein Moonliner in den Emmertsgrund fahren kann, müsste auch der Nachtbus, der sich nach Handschuhsheim Nord bewegt, bis Dossenheim fahren können. Zwar gibt es in Dossenheim für junge Leute seit Jahren die Möglichkeit, auf dem Rathaus Taxischeine zu erwerben, dies hat aber Nachteile: erstens kostet es viel Geld, es sei denn, man schließt sich mit einer Gruppe zusammen; zweitens dürfen es Männer nur bis 25 benutzen; drittens ist es an den Hauptwohnsitz in Dossenheim gebunden. Für den Nachtbus gelten die normalen Fahrtickets der RNV. Auch hier besteht für die Jusos Schriesheim-Dossenheim noch Gesprächsbedarf. Ziel muss es sein, Dossenheim in den Abendstunden noch besser an Heidelberg anzubinden.
Thomas Raff für die Jusos Schriesheim-Dossenheim
