Jusos Rhein-Neckar

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Klassenzimmer Mauer – worum es UNS geht

Veröffentlicht am 11.05.2009 in Kommunalpolitik
 

Natürlich war auch das Thema Bildung wieder heiß diskutiert auf der vergangenen Sitzung der JUSOS. Besonders erstaunt zeigten wir uns über die Aussagen des CDU-Wahlkampfteams zu diesem Thema. Da man im politischen Bammental unsere Aussagen und unsere Einstellung gegenüber der Auslagerung eines Teiles des Bammentaler Gymnasiums nach Mauer offensichtlich nicht richtig verstanden hat, nehmen wir JUSOS dies gerne zum Anlass, um unsere Befürchtungen und Sorgen noch deutlicher herauszustellen.

Unsere Hauptsorge, auf die wir hinweisen wollen, ist die Gefahr, dass diese Auslagerung zur Dauerlösung verkommt. Da eben aus Mauer schon Wünsche und Hoffnungen nach dieser offen in die Presse getragen werden, muss deswegen unserer Meinung nach schon jetzt ein klares Signal gesetzt werden und nicht erst das Vertragsende abgewartet werden. Sollte diese Entwicklung eintreten und Klassen sogar noch in höheren Jahrgangsstufen in Mauer bleiben, würden dort nämlich durchaus Fachräume, auch für NWT, fehlen. Wir stehen hier für eine klare Positionierung für den Standort Bammental – mit allen hierfür erforderlichen Maßnahmen.

Da die CDU außerdem behauptet, dass „nun wirklich niemand“ versteht, wieso eine Auslagerung einer Klassen- bzw. Stufengemeinschaft schadet, werden wir auch hier gerne konkreter: Es ist keineswegs so, dass eine Klasse vom Eintritt ins Gymnasium bis zum Abitur als eine Einheit bestehen bleibt. Die Wirklichkeit ist, dass die Klassen in späteren Schuljahren „durchgemischt“ werden, da neue Profile mit neuen Fächerkombinationen gewählt werden müssen. Es muss also nach wenigen Jahren schon wieder eine neue Gemeinschaft entstehen, da die Schüler sich gegenseitig nicht kennen – wie auch, wenn man 3 km entfernt und isoliert voneinander unterrichtet wird. Bis jetzt ist diese „Problematik“, durch gemeinsame Fächer, wie Religion oder Sport, gemeinsame Pausenerlebnisse, Ausflüge und Klassenfahrten, nicht vorhanden. Wie der von der CDU erwähnte „Zusammenhalt über die Klassengrenze hinaus“ – also mit Personen, die man noch nie gesehen, geschweige denn kennenlernen konnte – aussehen soll, verstehen wir wiederum nicht. Engagement von Schulleitung und Lehrerkollegium sind sehr begrüßenswert und erfreulich, jedoch in diesem Falle kein Garant.

Und dass die Lösung Mauer alles andere als populär unter den Eltern der betroffenen Schüler zu sein scheint, könnten auch die uns, wie natürlich auch allen anderen Parteien, vorliegenden Zahlen eindrucksvoll belegen: Ein großer Teil der Eltern aus Mauer, Meckesheim und Umgebung meldeten ihr Kind bei der diesjährigen Neuanmeldung der fünften Klassen nicht wie erwartet und prognostiziert in Bammental, sondern in Neckargemünd an – einer Schule mit neu errichtetem Gebäude mit ausreichend Platz und hervorragendem Raumangebot.

Sollte sich dieser negative Trend, der erstmals seit Jahren sinkende Anmeldezahlen mit sich bringt, sich in der Folgezeit fortsetzen, ist eine dritte Klasse und die hiermit verbundene Vielfalt an Fächern leider ausgeschlossen.

Wir hoffen, dass wir einige vermeintliche „Unwahrheiten“ aufklären und Grundlagen herausstellen konnten, stehen für weitere Erklärungen und Diskussionen aber selbstverständlich immer gerne zur Verfügung. Vielleicht können wir JUSOS, die teilweise noch das Gymnasium besuchen oder dies bis vor Kurzem taten, auch einfach die Problematik eher erkennen, als Leute von außerhalb, die eventuell an ihre eigene Schulzeit zurückdenken, die zurück liegt in der „guten alten Zeit“.

Nico Wottke

 

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