Jusos Heidelberg: ,,Halle 02 darf kein Grund für die Vernachlässigung alternativer Jugendkultur sein."

Veröffentlicht am 17.12.2012 in Pressemitteilungen

Jungsozialist*innen fordern: "Wort halten"

Nachdem die Entscheidung über die Nutzung der 'Dischingerstraße 5' im Gemeinderat Anfang Dezember erneut vertagt wurde, deutet nun vieles auf einen, für die Jugend Heidelbergs, unglücklichen Ausgang des Projektes hin. Der Gemeinderat - und mit ihm die SPD-Gemeinderatsfraktion - hält die geschätzten Sanierungskosten von rund 1,8 Millionen Euro mit Verweis auf die eben für die Halle 02 beschlossenen Investitionen von 4 Millionen Euro für überdimensioniert. Die Jusos Heidelberg dagegen fordern weiter unkommerzielle, selbstverwaltete Freiräume für Jugendliche.

"Es kann nicht sein, dass in einer Großstadt von 150 000 Einwohnern Jugendlichen so wenig nicht kommerzielle Angebote zur Verfügung stehen wie in Heidelberg. Junge Menschen, gerade wenn sie aus sozial schwächeren Familien kommen, brauchen Möglichkeiten ihre Ideen und Träume zu verwirklichen, ohne dabei beständig auf ihren Geldbeutel achten zu müssen. Wir Jusos kämpfen deshalb weiter dafür, dass auch in Heidelberg unkommerzielle, selbstverwaltete Jugendkultur wieder möglich wird, so wie die SPD Heidelberg es am 09. Mai 2012 auf unseren Antrag hin beschlossen hat.", so Juri Opitz, Mitglied im Sprecher*innenkreis der Jusos Heidelberg. In dem Beschluss des SPD-Kreisparteitages zum Nutzungskonzept der Dischingerstraße verknüft die SPD Heidelberg die Forderung nach unkommerziellen Freiräumen für Jugendliche und Jugendgruppen in Selbstverwaltung mit diversen Kriterien. Der Antrag wurde damals unter lobenden Worten der SPD-Fraktionsvorsitzenden Anke Schuster ohne Gegenstimme angenommen. "Die Heranziehung der kommerziellen Halle02 als Gegenargument zum Jugendkulturzentrum Dischingerstraße ist nicht Beschlusslage der SPD Heidelberg", stellt Opitz fest und kritisiert daher diese Positionierung der SPD-Gemeinderatsfraktion.

Vor diesem Hintergrund und mit Verweis auf den Wortlaut des SPD-Kommunalwahlprogrammes zeigen sich die Jusos Heidelberg verwundert über das aktuelle Vorgehen der SPD-Gemeinderatsfraktion, die in den letzten Monaten kontroverse Pressemitteilungen zur Dischingerstraße veröffentlichte, dabei aber die SPD-Beschlusslage zur Dischingerstraße unerwähnt ließ. Die Jusos als Bestandteil der Heidelberger Jugend sind enttäuscht über das Fraktionsvorgehen und die veröffentlichten Pressemitteilungen: Einrichtungen der Jugendkultur wurden mit Fussballspielklassen verglichen, ein Aufstieg in eine "wichtigere Spielklasse" erfordere (laut Zitat der Fraktionsvorsitzenden) Leistung und hartes Training. Von solchen Wortspielen distanzieren sich die Jusos: "Jugendkultur im Sinne der Jusos ist Kultur des Zusammenhaltes, nicht des Wettkampfes.", so Milena Brodt, ebenfalls Mitglied im Juso-Sprecher*innenkreis.

Die Jusos fordern die SPD-Gemeinderatsfraktion dazu auf, sich zukünftig am SPD-Beschluss zur Dischingerstraße und dem eigenen Kommunalwahlprogramm zu orientieren: Die Politik muss die Eigeninitiative junger Menschen fördern und ihnen die Freiräume zur Verfügung stellen, die sie zur Umsetzung ihrer Ideen benötigen. (Aktuelles SPD- Kommunalwahlprogramm, S.27) Die vom Gemeinderat jüngst beschlossene Finanzierung der Halle 02 darf keine Ausrede für die Vernachlässigung der Beschlusslage sein.


Forderunges des Juso/SPD-Beschlusses:

http://kv-heidelberg.sozi.info/index.php?mod=content&page_id=17851


SPD-Kommunalwahlprogramm:

 

 

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