Nachdem drei Männer unter sich alleine Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten der SPD bestimmt haben, zeigen sich die Jungsozialist*innen Heidelberg enttäuscht über das Verfahren zur Findung des Kandidierenden. „Die Personalie entgegen dem ursprünglich im Parteivorstand verabredeten Fahrplan vor dem Programm zu bestimmen, ist unglücklich. Wir sind mit diesem Vorgehen alles andere als zufrieden. Es ist eine Einschränkung für das Programm der SPD, da Person und Programm natürlich zusammen passen müssen. Wenn die SPD es mit innerparteilicher Demokratie wirklich ernst meint, muss sie ihren Mitgliedern zudem die Möglichkeit bieten, bei Personalentscheidungen mitzuwirken, anstatt dies einer kleinen Gruppe in Hinterzimmergesprächen zu überlassen. Druck von außerhalb ist keine hinreichende Begründung für dieses Vorgehen. Die jetzige Art und Weise der Kandidierendenfindung ist daher ein Rückschritt auf dem Weg der SPD zu einer modernen Mit-Mach-Partei.“, so Juri Opitz, Mitglied im Sprecher*innenkreis der Jusos Heidelberg.
Jedoch fordern die Jusos Heidelberg jetzt auch ein Ende der Personaldebatte. „Mit der Festlegung auf Peer Steinbrück ist die Personaldebatte dann auch beendet und der Fokus kann auf das Wahlprogramm gerichtet werden.“, meint Andreas Grasser, ebenfalls Mitglied im Sprecher*innenkreis. Was bei der Kandidierendenfindung versäumt wurde, müsse bei den Inhalten nachgeholt werden. „Wir Jusos möchten nun in einem konstruktiven Prozess an sozialen und gerechten Inhalten für das Wahlprogramm mitarbeiten. Es darf keine Vorentscheidungen geben und keine Einschränkungen durch die Person!“, so Grasser weiter.
Hinsichtlich der am 20. Oktober stattfindenden Mitgliederversammlung zur Nominierung des Bundestagskandidaten bzw. der Bundestagskandidatin für den Wahlkreis 274 sprechen sich die Jusos Heidelberg für Lothar Binding aus. „In den letzten 14 Jahren hat Lothar eine gute Arbeit geleistet. Er stand und steht unseren Ideen und Anregungen immer offen gegenüber und wir freuen uns auf den Wahlkampf mit ihm.“, blickt Sprecherin Milena Brodt in die Zukunft.