Der RCDS entdeckt im Wahlkampf den Bologna-Prozess. Als Annette Schavan, den bundesweiten Bildungsstreik der Studierenden als „gestrig“, bezeichnete, als Oettinger Studiengebühren in Baden Württemberg eingeführt hat, als FDP/CDU das G8 miserabel vorbereitet und gegen den Willen vielen Schüler und Eltern übergestülpt hat, als Bachelor- und Masterstudiengänge total verschult, schlecht organisiert und teilweise personell unterbesetzt eingeführt wurden, war der RCDS auf Tauchstation. Und nun tauchen der RCDS und der CDU Kandidat kurz vor der Wahl zum Pressefoto mit Schavan wieder auf.
Hierzu erklärt Carola Rühling, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen und Sprecherin der Juso-Hochschulgruppe Heidelberg:
„Die Schaufensterpolitik muss endlich ein Ende haben. Die Lage in den neuen Bachelor/ Master-Studiengängen ist derart ernst, dass wir schlicht keine Zeit für weitere Kaffeekränzchen bei Frau Schavan haben. Die Politik ist in der Pflicht bei den Hochschulen wieder das Heft in die Hand zu nehmen, da sie bei der Durchführung des Bologna-Prozesses bewiesen haben, dass sie nicht in der Lage sind eigenständig Reformen durchzuführen. Um aber die Reform der Reform erfolgreich gestalten zu können, muss das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern wieder aufgehoben werden.“
Der Heidelberger Bundestagsabgeordnete Lothar Binding (SPD) kann diese Analyse nur bestätigen, zum Bologna-Prozess erklärt er:
„Die Idee einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen, habe ich immer begrüßt, nur ist die deutsche Umsetzung mehr als problematisch verlaufen. Deshalb habe ich die Ziele des Bildungsstreiks der Studierenden in Heidelberg ebenso unterstützt, wie das Vorhaben von Carola Reimann (im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zuständig für Forschung) zu Beginn des Wintersemesters einen Hochschulgipfel, bestehend aus Bund, Hochschulrektorenkonferenz, den Länderministerien und für mich ganz zentral, Vertreterinnen und Vertreter der Studierenden. Denn nur so ist sicher zu stellen, dass die Ergebnisse dieser Konferenz auch eine tatsächliche Verbesserung darstellen.“