Jusos Rhein-Neckar

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Die "Waffe des Wortes" - Vorbild Eppelheim?

Veröffentlicht am 20.03.2009 in Kommunalpolitik
 

Anfang März war in der RNZ (Ausgabe 01.03.2009) ein interessanter Artikel über die Situation in Eppelheim mit "Problemjugendlichen", die "nachts auf den Straßen herumhängen, wild feiern, saufen und jede Menge Müll hinterlassen" zu lesen... Auch wenn diese krasse Darstellung wohl glücklicherweise nicht die Regel für Bammental darstellt, sind gewisse Parallelen doch deutlich zu erkennen.

Doch anders als in Bammental - wo das Jugendcafe geschlossen wird, großzügig die Beiträge zur Jugendhilfe im Haushalt runtergekürzt werden und die Augen verschlossen werden, wenn mal wieder eine Beschwerde über z.B. die Situation vor dem Anna-Scherer-Haus im Rathaus eingeht - hat man in Eppelheim reagiert und ein meiner Meinung nach vorbildliches Pilotprojekt gestartet!

In Zusammenarbeit mit dem Verein "Postillion", den man in Bammental noch aus (gar nicht allzufernen) Zeiten kennt, in denen die Jugend der Bevölkerung und Kommunalpolitik Bammentals noch wichtig erschien, wurde ein Konzept erstellt, bei dem Mitarbeiter des Vereins freitags und samstags von 21.00 bis 02.00 Uhr auf den Straßen unterwegs waren, "Problemorte" aufsuchten und bei "Hilferufen" der Bevölkerung zur Stelle waren. Bewusst setzten die Streetworker auf Jugend- und Sozialarbeit und nicht auf polizeiliche Eingriffe, die in solchen Situationen meist genau das Gegenteil erreichen - die Jugendlichen fühlen sich provoziert, ihr Verhalten ändert sich nicht, oftmals verschlimmert es sich sogar.

Durch den Einsatz der Streetworker wurden bis jetzt die Sachbeschädigungen eingedämmt und das Problem des Mülls verringert. Aufgrund des positiven Fazits in der Testperiode wird der Eppelheimer Gemeinderat das Projekt wohl verlängern.

Ein sehr gutes Beispiel, dass es eben auch anders geht! Bammental braucht ebenfalls ein vernünftiges Jugendkonzept aus Jugendzentrum und qualifizierter Sozialarbeit! Nur so können wir auch bei uns die existierenden Probleme in den Griff bekommen - eben mit der "Waffe des Wortes" und nicht (nur) durch den Einsatz von Polizei.

Und genau die Leute, die sich jetzt gegen ein Jugendzentrum stemmen, weil ja dadurch "Krach und Vandalismus" gefördert werden, aber sich nachts genau hierdurch heute schon belästigt fühlen und die Polizei rufen, sollten vielleicht bedenken, dass gerade ein solches Jugendzentrum hilft, die Jugend "von der Straße zu holen" und es eine Anlaufstelle und neue Form der Freizeitgestaltung bietet. Zusammen mit Streetworkern, die mit der Jugend zusammenarbeiten, diese verstehen und bei Problemen helfen.

Für uns kann deshalb nur klar sein: Bammental braucht ein neues Jugendzentrum mit dem dazugehörigen Jugendkonzept!

Nico Wottke

 

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