Die Jusos HD und AK Sozialdemokratische Laizist*innen verurteilen homophobe Stimmungsmache von #idpet-Befürworter*innen

Veröffentlicht am 20.01.2014 in Jusos in Aktion

Petition gegen grün-roten Bildungsplan ist menschenverachtend. / Jusos Heidelberg und AK Laizist*innen sprechen sich klar für Vielfalt in baden-württembergischen Schulen aus. /

 

Heidelberg. Die Jusos Heidelberg und der AK Laizist*innen in der SPD Heidelberg begrüßen die Entwürfe zum neuen baden-württembergischen Bildungsplan. „Dieser Bildungsplan nimmt gesellschaftliche Debatten ernst und steht für eine engagierte Gleichstellungspolitik.“, begründet Konrad Schröpfer, Sprecher der Jusos Heidelberg. Dies bestärkt alle eigene Identitäten herauszubilden, verantwortungsvolle Beziehungen in der Gesellschaft einzugehen und ein Wissen um die gesellschaftlichen Verhältnisse zu erlangen. „Neben Gewaltprävention, Gesundheitsfürsorge und allgemeiner Toleranz, sehen wir darin ein erstrebenswertes Bildungsziel für unsere öffentlichen Schulen.“, so Schröpfer.

Kritisch positionieren sich die Jusos und der AK Laizist*innen zu den Äußerungen der Landeskirchen, denn diese machen deutlich, dass sie den Aspekt „sexuelle Vielfalt“ und die Aufklärung bezüglich sexueller Identitäten nicht als Bestandteil eines Bildungsplanes begrüßen. Rhetorisch verklausuliert und hinter dem Vorsatz „gegen Diskriminierung" zu sein, wird verschleiert worum es eigentlich geht: das Festhalten an einem scheinbar christlichen Menschenbild und der daraus folgenden Ablehnung von nicht-heterosexuellen Lebensentwürfen. Wer kritische Aufklärung über sexuelle Identitätsfindung und Vielfalt allein einer selbstgefälligen „religiös-ethischen“ Bildung unterwirft, stellt sich selbst ins Abseits. „Die Kirchen berufen sich auf ein privilegiertes Mitspracherecht bei Bildungsplänen, doch diese Art Gesellschaftspolitik zu betreiben, ist nicht mehr als christliche Lobbypolitik nach Gutskirchenart.“, merkt Adrian Gillmann vom AK Laizist*innen an.

Sexuelle Identität ist keine freiwillige Entscheidung wie das Auswählen zwischen verschiedenen Optionen. Deshalb kann es auch nicht einfach „beigebracht“ oder „anerzogen“ werden. Es geht in dem Lehrplan um Bildungsziele wie die Anerkennung der sexuellen Vielfalt, persönliche Freiheit und das Wissen über sexuelle Identitäten und Orientierungen. Der Bildungsplan macht Kinder nicht lesbisch, schwul, bi oder trans*, vielmehr hilft er im besten Falle sich in der Welt zurechtzufinden, die eigene Identität kritisch zu hinterfragen und die von anderen jungen Menschen respekt- und verständnisvoll zu behandeln. Es geht um eine seit langem überfällige Ergänzung des Lehrplans, die Vorurteile früh abbauen soll und es nicht-heterosexuellen Kindern und Jugendlichen ermöglichen soll sich und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

Entgegen der homophoben Stimmungsmache und des Versuchs, diese Pläne als Angriff auf Familie und Ehe zu stilisieren, könnte ein solcher Bildungsplan sogar Mut machen, lebenswerte und liebevolle Beziehungen einzugehen. „Es mag nur ein Anfang sein, der schwer ist, jedoch setzen die Bildungsziele einen Prozess in Gang, an deren Ende gerade keine „Ideologie" von Gleichmacherei und absoluter Lebensverhältnisse stehen soll.“, erklärt Johannah Illgner, Sprecherin der Jusos Heidelberg. „Wir Jusos sind für eine generelle Gleichstellung von Partnerschaften- und Lebensverhältnissen und wenden uns gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung und verurteilen die Kommentare auf der Petitonsplattform.“, ergänzt Illgner.

Bitte unterschreibt deshalb die Gegenpetition hier: https://www.campact.de/vielfalt-gewinnt/

 

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