Am Freitag, den 24. Juni 2011 luden die Jusos Heidelberg zu einem Abend von politischen Diskussionen, musikalischen Unterhaltung und kulinarischen Spezialitäten ins Deutsch-amerikanische Institut (DAI) Heidelberg ein. Auf dem Menü standen: Russland und Deutschland. 70 interessierte Gäste folgten der Einladung der Jusos zu ?Deutsch-Russischen Begegnungen?.
Für eine bereits gehaltvolle Entrée sorgten die Dr. Markus Kaiser und M.A. Anet Sahakyan von der Universität Trier. Die beiden Soziologen gaben dem Publikum eine Einführung in die Geschichte der Russlanddeutschen, ihren Kontext in Deutschland und aktuelle Tendenzen der Rückwanderung nach Russland. Eindrucksvoll geschildert wurde dabei die geschichtliche Ambivalenz, welche das Leben vieler Russlanddeutscher bestimmte und nach wie vor prägt. Nach einer musikalischen Darbietung des 11‑jährigen Geigers Leo Esselson und der Pianistin Svitlana Karikh konnten sich die Gäste beim russischen Buffet in der Pause kennenlernen. Kernstück des Abends war eine zweistündige Podiumsdiskussion. Moderiert vom Fraktionsgeschäftsführer der SPD Mannheim, Dr. Jens Hildebrandt, debattierten hier der Heilbronner SPD‑Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic, Waldemar Weiz, der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen aus Russland, Hans Kampen als Chefredakteur der deutschrussischen Zeitung „Volk auf dem Weg“, sowie die beiden WissenschaftlerInnen aus Trier. Podium und Publikum tauschten sich über wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Einstellungen und biographische Erfahrungen aus. Wie deuten die verschiedenen Generationen von Aussiedlern ihre Migrations- und Fremdheitserfahrungen? Wo lassen sich Russlanddeutsche in der leidenschaftlich geführten Integrationsdebatte verorten? Was können deutsche und russlanddeutsche Seite aus bisherigen Fehlern lernen? Diese und ähnliche Fragen führten durch die abendliche Diskussionsrunde. Ausklingen konnte der Tag bei einem spielerischen Streifzug durch die russische Kultur. Olga Kolesova , Irina Krimer und Natascha Mkrtumian begeisterten das Publikum mir russischen Chansons und Tänzen. Veranstaltet wurde der Abend von den Jusos Heidelberg, der Jugendorganisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, unterstützt durch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, die Deutschen Bank und das Institute for Cultural Diplomacy. Fotos gibts auf facebook (und leider nur dort): http://on.fb.me/oYVRGK