Jusos Rhein-Neckar

Jusos Rhein-Neckar

Deutsch-israelisch-palästinensischer Jugendaustausch vom 02. bis zum 08. Juli 2007 in Baden-Württemberg

Veröffentlicht am 02.07.2007 in Jusos in Aktion
 

Thema des Austausches: „Kurt Schumacher und das andere Deutschland“

Es war keine gewöhnliche Gruppe, die in der ersten Juliwoche in der Heidelberger Altstadt zu sehen war: Unter dem Motto Kurt Schumacher und das andere Deutschland – dafür sorgen, dass sich die Schrecken der Vergangenheit nicht wiederholen waren zwölf Israelis und Palästinenser im Alter von 17 bis 22 Jahren zu Gast bei den Jusos.

Im Landtag Baden-Württemberg

Die TeilnehmerInnen der deutsch-israelisch-palästinensischen Begegnung, die vom Willy-Brandt-Zentrum (WBZ) Jerusalem und dem Juso-Kreisverband Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem Juso-Landesverband Baden-Württemberg organisiert wurde, waren VertreterInnen der israelischen Young Labor und Young Meretz-Yachad sowie der palästinensischen Fatah-Jugend.

Anknüpfend an ein erfolgreiches Seminar des WBZ und der Jusos Bonn/Münster mit dem Titel Wer war Herbert Frahm alias Willy Brandt? im vergangenen Jahr, sollte in Heidelberg die Auseinandersetzung mit der Person Kurt Schumachers und seiner Vorbildfunktion im Kampf gegen den Nationalsozialismus verbunden mit seinem Eintreten für Frieden und Demokratie im Mittelpunkt stehen. Auf dem Seminarprogramm standen daher eine Wiederholung der deutschen Vor- und Nachkriegsgeschichte, insbesondere der Weimarer Zeit, in der Kurt Schumacher als politischer Redakteur und später als Landtags- und Reichstagsabgeordneter einer der ersten, schärfsten und weitsichtigsten Kritiker der NSDAP war. Die thematische Einführung wurde von der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Jusos, Cordula Drautz, gestaltet.

Die Austauschgruppe

Besonders interessiert zeigten sich die TeilnehmerInnen an der Leidenszeit Kurt Schumachers im Konzentrationslager, welche durch eine Gruppenbesichtigung des ehemaligen KZs Ulm/Oberer Kuhberg einen besonders lebendigen Eindruck erhielt. Bei der Beschäftigung mit dem bewegten Leben Kurt Schumachers kam es immer wieder zu der Frage, wie viel der Einzelne leisten kann, wie und mit welchen Mitteln für Demokratie und Frieden gekämpft werden muss. Dabei spielte der Nahost-Konflikt in der Diskussion eine große Rolle. Für die deutschen TeilnehmerInnen waren die persönlichen Berichte und Erzählungen der jungen Menschen aus der Krisenregion teilweise sehr erschütternd und stellten den Zusammenhalt der Gruppe vor eine besondere Herausforderung.

Für einige der Israelis und Palästinenser war der Besuch in Heidelberg der erste Auslandsaufenthalt ihres Lebens. Die gemeinsame Stadterkundung, die geselligen Abende in der Altstadt und der Ausflug zum Landtag in Stuttgart schweißten die Gruppe über die inhaltliche Zusammenarbeit während des Seminars hinaus zusammen und trug dazu bei, dass die anfängliche Skepsis zwischen Israelis und Palästinensern verringert werden konnte.

Der zweite Teil des Austauschprojekts wird in Jerusalem stattfinden, beide Teile werden von dem Fonds „Erinnerung und Zukunft“ des Vereins MitOst und ConAct gefördert. Bei der Begegnung in Jerusalem soll es vor allem um die Diskussion des Nahost-Konflikts und die Lehren, die aus dem Leben und den Visionen Kurt Schumachers für eine friedenspolitische Lösung gezogen werden können, gehen. Das Wiedersehen wird von allen Seiten mit großer Vorfreude und Spannung erwartet.

 

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