Jusos Rhein-Neckar

Jusos Rhein-Neckar

Bildungsstandort BAMMENTAL?

Veröffentlicht am 15.04.2009 in Kommunalpolitik
 

Auch wir JUSOS sind selbstverständlich stolz auf unsere Bammentaler Schulen, die Elsenztalschule sowie das Gymnasium. Die gewonnen Auszeichnungen, die Leistungen in den vergangenen Jahren und die bevorstehenden, vermeintlich positiven zukünftigen Entwicklungen und Expansionen wollen wir hier nicht noch einmal feiern – dies haben andere Fraktionen schon zu genüge getan. Wir möchten jedoch ferner auf die Herausforderungen hinweisen, die in den nächsten Jahren auf unsere Bammentaler Schulen zukommen werden.

Natürlich ist es sehr erfreulich, dass das Bammentaler Gymnasium einen guten Ruf genießt und sich über immer mehr - das Platzangebot übersteigende -Neuanmeldungen freuen darf. Es ist jedoch kein Geheimnis, dass die Realität leider nicht ganz so angenehm aussieht: Die Schüler werden nicht nur in zu engen Klassenzimmern, sondern auch in Sporthallen, der benachbarten Elsenztalschule und ab nächstem Schuljahr sogar in Mauer unterrichtet. Der mit der Gemeinde Mauer geschlossene, befristete Vertrag ist zwar folgerichtig, jedoch besteht die Gefahr, dass sich die Auslagerung nach Mauer zu einer Dauerlösung entwickelt! Selbst der Gemeinderat und der Bürgermeister von Mauer sprechen in der RNZ schließlich schon von einer möglichen Dauerlösung… Wieviel „Bammental“ steckt also überhaupt noch in unserem Gymnasium? Und kann denn eine Auslagerung einzelner Klassen nach Mauer die erforderliche Bildungsqualität sicherstellen? Unserer Meinung nach könnte sich dies äußerst schwierig gestalten. Mauer bietet zwar die dringend benötigen Klassenräume, jedoch fehlt es an - vor allem durch die Einführung von G8 nötig gewordenen - zahlreichen andere Einrichtungen, wie Fachräumen (z.B. für das neue naturwissenschaftliche Fach „NWT“) und einer Mensa. Diese sind an diesem Standort nicht oder nur teilweise vorhanden und müssen in Bammental zum Teil ebenfalls erst geschaffen werden. Außerdem ist eine solche Auslagerung der Bildung oder Erhaltung einer Klassengemeinschaft nicht gerade förderlich! Wie diese jedoch entstehen soll, wenn bei einer Jahrgangsstufe von drei Klassen zwei ausgelagert werden, ist uns rätselhaft. Bei einer Wiedereingliederung nach Bammental in der 7. Jahrgangsstufe sind die Gemeinschaften höchstwahrscheinlich schon zu verfestigt um sich in gewünschtem Maße auszuweiten… Auch die Situation im öffentlichen Nahverkehr, der verantwortlich sein wird für den Transfer zwischen den beiden Standorten, verbleibt momentan ungeklärt.

Auch die Elsenztalschule steht alles Andere als schlecht in der Kritik. Der Ruf und die Auszeichnungen der Bammentaler Hauptschule sind nicht minder erfreulich, Sie steht offensichtlich vor einer rosigen Zukunft. Jedoch bleiben auch hier viele Herausforderungen ungelöst. Durch die Schließung der Neckargemünder Hauptschule und Verlagerung ihrer Schüler nach Bammental entstehen hier ähnliche Probleme wie am Gymnasium, zumal auch noch weitere Schulschließungen im Gespräch sind, die eine weitere Vergrößerung zur Folge hätten. Natürlich unterstützen auch wir die Bemühungen, in Bammental eine Werkrealschulklasse zu bekommen, die eine weitere Aufwertung zur Folge hätte aber auch einen zweigliedrigen Unterbau erfordert. Jedoch entsteht durch diese Zweigliedrigkeit auch auf Seiten der Elsenztalschule ein Mangel an Klassenräumen. Nebenbei muss die Hauptschule auch noch dem Gymnasium Räume zur Verfügung stellen. Dass dies keine langfristige Lösung darstellen kann, sollte jedem bewusst sein.
Will die Hauptschule Bammental überleben, muss sie nach den Verordnungen des Regierungspräsidiums zur Werkrealschule und somit zweigliedrig werden. Die Gemeinde Bammental braucht beide Schularten – Gymnasium, wie auch die Hauptschule!

Zwar gehen Gemeindeverwaltung und Arbeitskreise von sinkenden Schülerzahlen in absehbarer Zukunft aus, jedoch taucht der Große Höhenweg in keiner dieser Prognosen auf. Dabei wird er doch von allen gefeiert, vor allem unter dem Aspekt des Zuzuges junger Familien. Ist die bildungstechnische Infrastruktur überhaupt für diesen Zuwachs geschaffen? Es reicht nun einmal nicht aus, einen Kinderspielplatz in diesem Gebiet zu errichten. Vielmehr muss sichergestellt werden, dass diese Bammentaler Neubürger, die zahlenmäßig noch nicht abschätzbar sind, auch die Bildung erfahren, die ihnen zusteht.

Unsere zentrale Forderung ist: Wir unterstützen das Wachstum und die geplante Zukunft von Hauptschule und Gymnasium – jedoch darf es unserer Sicht niemals einen Wachstum auf Kosten der Qualität der Bildung geben!

Rolf Schmidt und Nico Wottke

 

Homepage Jusos Bammental