Jusos Rhein-Neckar

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Ärztemangel? Studienplätze schaffen!

Veröffentlicht am 22.02.2010 in Pressemitteilungen
 

Zu aktuellen Äußerungen aus der FDP, den Numerus clausis abzuschaffen, um einem Ärztemangel vorzubeugen, erklären Felix Schulte, Sprecher der Juso-Hochschulgruppe, und Christian Soeder, Senator der Universität Heidelberg:

Zu fordern, den Numerus clausus abzuschaffen, um mehr Medizinstudierende zu bekommen, zeugt von Unwissenheit und Ignoranz. Die Zahl der Medizin-Studienplätze ist begrenzt, es gibt weitaus mehr Bewerberinnen und Bewerber als Plätze. Wenn man also mehr Medizinstudierende und Ärztinnen und Ärzte will, dann gibt es nur eine Lösung: mehr Medizin-Studienplätze schaffen. Das kostet viel Geld, es ist aber die einzig sinnvolle Lösung. Wenn sich die Zahl der Medizin-Studienplätze und die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber angleichen, sinkt der Numerus clausus übrigens automatisch.

 

Homepage Juso-Hochschulgruppe Heidelberg

Kommentare

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Was tun, sprach Zeus?

Es ist wahr, dass viele Mediziner später nicht Ärzte werden - aber das hat mit dem Numerus clausus ebenfalls nichts zu tun. Ich bin ebenfalls der Meinung, dahingehend sollte etwas getan werden: bessere Arbeitsbedingungen für Ärzte wären ein Anfang.

Autor: Christian Soeder, Datum: 24.02.2010, 01:21 Uhr


Es gibt niemals nur eine Lösung...

Natürlich kann man die Anzahl der Studienplätze erhöhen. Doch sind die Kosten tatsächlich enorm: - 1995 hat ein Medizinstudienplatz laut statistischem Bundesamt bereits 60.000DM/Jahr + 4000DM/Jahr Verwaltungsgebühr gekostet. - 2002 sind es laut Tagespiegel schon 400.000DM insgesamt [1] Aktuellere Zahlen sind mir nicht bekannt. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass später ca. nur die Hälfte aller Absolventen im kurativen Bereich in Deutschland arbeitet. [2] Der Rest geht ins Ausland, in die Industrie oder macht etwas, das nichts mit der Versorgung von Patienten zu tun hat. Wundert es da noch, dass es einen "Ärztemangel" gibt? Vielleicht ist an diesem Punkt eine Intervention günstiger für alle Beteiligten (!) als die Schaffung neuer Studienplätze? Grüße, Sebastian ------ [1] http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/gesundheit/art300,2242674 [2] HD Institute of Public Health, Gesundheitsökonomie, Lehrmaterialien

Autor: Sebastian, Datum: 22.02.2010, 19:16 Uhr